, James Kramer, Sportschef PC Rupperswil

Bericht: Unsere Gruppen-Meisterschaft 2020, Wettkampfmässiges Training in Vollendung

Herbert (Herby) Lehmann setzt sich durch! Bestes Tages-Resultat durch Ray «Mumi» Mumenthaler mit prächtigen 96 Punkten im Einzelfeuer.

Oftmals werden bei Schützenvereinen anlässlich Trainingsschiessen wertvolles Potential verschleudert, keine Förderung getrieben - und nichts weiteres als leere Hülsen gemacht. Training muss wettkampfmässig gestaltet werden – hier gilt «Übe wie du kämpfst». Es macht keinen Sinn im heimatlichen Stand bei besten Verhältnissen und friedlicher Atmosphäre, quasi im luftleeren Raum zu üben - und sich ab und zu an einem 10er zu ergötzen. Viel wichtiger ist es, sogenannte «Wettkampfhärte» zu erlangen. Schlussendlich muss der Schütze mental soweit sein, dass er eigentlich nicht mehr unterscheidet, ober er trainiert oder im Wettkampf steht. Auf dieser Theorie baute Sportschef James Kramer den Trainingsabend vom Donnerstag, 30.07.2020 auf.

Ein Dutzend machte mit!
Vorgängig wurde die angemeldeten Schützen in zwei gleichstarke 6er Gruppen eingeteilt. Auf dem Programm standen 20 Wettkampfschüsse – unterteilt in Einzel- und Seriefeuer. Mit der Teilnahme der beiden «Söldner» Herby Lehmann und Ray Mumenthaler erhielt der Abend sportliche Brisanz und eine rechte Portion Herausforderung. Erfreulich war, dass die «Neuschützen» Manuel Kaspar und Lucas Jordi die «Rupperswiler Challenge» mutig annahmen und tapfer mitschossen. Beide wirkten noch etwas nervös und «güferig». Mit fortschreitendem Training werden sie sich die Ruhe, welche der Sportschütze braucht - Schritt für Schritt - aneignen.


Einzelfeuer: Konzentration ergibt Präzision
Beim Einzelfeuer sind Nerven gefragt. 10-Mal wird am Trigger gearbeitet und das Projektil auf die Reise geschickt. 10-Mal kommt die Scheibe mit dem Resultat zurück. Schon dieser Betrieb kann für den einen oder andern «lästig» sein. Hier geht es darum, dass sich der Wettkämpfer regelrecht abschottet. Er ist in einer anderen Welt. Der Kamerad, links oder rechts interessiert mich in diesem Moment überhaupt nicht – seine Resultate schon gar nicht. Mein Blick ist gerade aus. Die Zugscheiben fahren hin und her, die Räder quitschen eklig, Warner brüllen Schusswerte durch die Gegend, Schuss 10, Schuss 7 – ich schenke diesen Worten keine Beachtung. Auch der Schiessleiter, welcher provokativ hinter den Schützen hin und her «patrouilliert» ist für mich Luft. Ich stehe wie ein Fels in der Brandung und absolviere mein Programm. Mich kann nichts erschüttern. Diese Grundsätze wurden an diesem Abend von Ray «Mumi» Mumenthaler am besten umgesetzt. Er buchte 10er für 10er, seine SIG 210 macht keinen Wank. Der Berner ist mit seinem neuen Lauf überglücklich. Er lässt sich beim Zielen Zeit, viel

Zeit. Gegenüber anderen, welche ins «Schwabbeln» geraten, sich nicht getrauen runter zu halten um neu zu fassen und dann den Schuss «herauswürgen» - gleicht Mumi einem Schraubstock. Endlich hat Mumi die Gnade abzudrücken – freudig saust das Geschoss in den 50 Meter entfernten 10er Kreis. 6-Mal in diesem Programm, die restlichen 4 waren 9er. 96 Punkte bedeuteten Tagesbester. Ausser Herby Lehmann, welcher aber mit seiner Sportwaffe agierte und damit 94 Punkte totalisierte, kam niemand mehr an Mumi heran. Dass auch der Sportschef nicht immer alles richtig machte zeigte sich im 5. Schuss, welcher wohl pfeifengerade, aber sehr hoch - im 6er Kreis landete und das Gesamtresultat auf 90 Punkte drückte.

Seriefeuer: Blick auf Korn/Visier und unentwegt «drücken».
Viele Schützen schneiden beim Seriefeuer besser als im Einzelfeuer ab. Hier haben sie nicht unendlich Zeit. Innerhalb einer Minute muss 5-mal «getriggert» werden. 60 Sekunden erlauben es aber gut, die Serie mindestens 1-Mal zu unterbrechen und neu zu fassen. Konstanz bewies Herby Lehmann, mit einem weiteren 94er zeigte er, dass ihm beide Programme liegen. Knapp dahinter Altmeister Robert Bart. Er rehabilitierte sich - für seinen mässigen Start im Enzelfeuer (89 Punkte) nun mit einem guten 93er. Zufriedenstellend waren die Ergebnisse von Nick Schmid mit 91 und dem Sportchef mit 90. Zwischen 80 und 90 Punkten etablierten sich Neuling Manuel Kaspar (86) und Routinier Willi Wälty (84). Letzterem wurde ein besseres Resultat mit einen unglücklichen 5er vergeigt. Lehrgeld hingegen zahlte Lucas Jordi – doch seine Zeit wird noch kommen. Offenbar von allen guten Geistern verlassen, war Ray «Mumi» Mumenthaler und man musste feststellen, dass «Seriefeuer» offenbar nicht sein Ding ist. Der Auswerter machte fast einen Handstand, als er 6er, 4er und gar einen 1er schreiben musste und so schritt der glorreichen Sieger der Einzelfeuer-Konkurrenz im Schnellfeuerdurchgang – als Laternenträger vom Platz. Mumi nahm es gelassen. Mit konzentriertem – und auch mentalen Training wird er sein Defizit bald wettmachen und vorne mitmischen.

Einige Koryphäen fehlten
Insgesamt 15 Schützen besuchten an diesem Donnerstag-Abend das Rupperswiler 50-Meter Schützenhaus. Ausserhalb der Wertung schossen Hans Schärer und Franz Baier. Vermisst unter den Wettkampfschützen hat man u.a. den Präsidenten Guido Fischlin (ferienabwesend), den Chef auswärtige Schiessen Christoph Frey, den souveränen Bundesgabensammler Daniel Dennler, den 20-fachen Kantonalmeister und PCR Söldner Andreas Aesi Kissling, sowie den Talentschützen und Oerliker «25 Meter-Maximumskanonier» 2020 Micha Sager.

Es ist zu hoffen, dass sie bei der nächsten internen Gruppenmeisterschaft zur Stelle sind, sich mit ihrer Qualität einbringen und konzentriert um jeden Punkt kämpfen nach dem Grundsatz, Gemeinsamkeit macht uns stark.

Kameradschaftlicher Abschluss
Im Gegensatz zum Wettkampf, wo sich die Akteure fast wie «Fremde» begegnen, blüht dann die Kameradschaft - regelmässig bei Speis und Trank – umso mehr beim gemütlichen Zusammensitzen aus. Ausgelassenheit hat nun Platz. Dieser Abschnitt ist beim PC Rupperswil natürlich längst Usus und sehr beliebt und ein ganz wichtiger Teil des Ganzen.

Einzelfeuer
Gruppe 1 : 498 Punkte
(Robert Bart (89), Nick Schmid (87), Jordi Lucas (85), Carmen Berger (81) Gabriel Schaffner (81), Kurt Amstad (75)
Gruppe 2 : 516 Punkte
(Ray Mumenthaler (96), Herby Lehmann (94), James Kramer (90), Heinz Berger 80), Willi Wälty (80), Manuel Kaspar (76)

Seriefeuer
Gruppe 1: 471 Punkte
Robert Bart (93), Nick Schmid (91), Gabriel Schaffner (79), Kurt Amstad (72), Carmen Berger (71), Lucas Jordi (65)
Gruppe 2: 498 Punkte
Herby Lehmann (94), James Kramer (90), Manuel Kaspar (86), Willi Wälty (84), Heinz Berger (79), Ray Mumenthaler (65)

Bestenlisten:
Einzelfeuer: Ray Mumenthaler (96) Herby Lehmann (94) James Kramer (90)
Seriefeuer: Herby Lehmann (94) Robert Bart (93) Nick Schmid (91)
Gesamt: Herby Lehmann (188) Robert Bart (182) James Kramer (180)